Hanfparade 2010
» Cannabis Growguide

Growguide - 2. Licht & Co.


Einleitung, Lichtarten, Photosynthese, Leuchtmittel & -technik

» Einleitung


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Licht bedeutet Leben, auch für unsere Marihuana-Pflanzen. Ausreichend intensive und lange Lichteinstrahlung fördert das Wachstum stark, zudem ist die richtige Dauer der Belichtung auch für das Einleiten der Blütephase verantwortlich. In der Natur spielt die Sonne und ihre Strahlen eine große Rolle für die Pflanzenwelt, da erst durch die Sonnenstrahlen Photosynthese betrieben werden kann. Beim Anbau von Marihuana innerhalb geschlossener Räume muss dieses Licht daher immitiert werden. Hierzu gibt es, je nach Wachstumsphase, verschiedene Lampen. Bevor wir dich mit den nötigen technischen Infos versorgen, möchten wir aber einige Worte zum Prozess der Photosynthese und für die Pflanze wichtige Lichtstrahlen verlieren - denn eine einfache Glühbirne wird die Pflanze nicht zum wachsen veranlassen.

» Lichtarten


Licht lässt sich anhand verschiedener Wellenlängen (gemessen in nanometer=nm) in Bereiche zwischen ultraviolett und infrarot eingrenzen, die maßgeblich für den Wachstum der Cannabis-Pflanzen verantwortlich sind. Das für Pflanzen verwertbare Licht hat eine Wellenlänge zwischen 400 und 700nm. Licht in diesem Bereich bezeichnet man auch als photosynthetisch wirksame Bestrahlung (engl. PAR = Photosynthetically Active Radiation).

Photobiologen haben die Einheit PAR-Watt entwickelt und eingeführt, um die Lichenergie bestimmen zu können, die eine Pflanze wirklich für ihre Vegetation braucht. Dank der PAR-Watt Einheit ist es möglich eine objektive Messung der durch die Pflanze tatsächlich absorbierten Lichtenergie zu bestimmen.

Ein gutes Beispiel aus der Praxis sollen das Verständnis für die Tatsächlich aufgenommene Energie durch Licht einer Pflanze verdeutlichen:
400 Watt Glühbirne = 24 PAR-Watt (24 Watt, die für die Pflanze nutzbar sind)
400 Watt Halogen-Metalldampflampe = 160 PAR-Watt
400 Watt Natriumdampflampe = 130 PAR-Watt

Auch wenn die Lumenzahl einer Natriumdampflampe höher ist, besitzt die Halogen-Metalldampflampe eine 20% bessere Lichtausbeute.

» Photosynthese


Die grüne Farbe der Cannabis-Pflanze wird durch den Farbstoff Chlorophyll erzeugt. Dieser ist dafür verantwortlich, dass die Cannabis-Blätter aus dem Kohlendioxid der Luft und dem Wasser des Bodens Nährstoffe lösen und verarbeiten kann. Der Träger ist dabei in den Zellblättern, den sogenannten Chloroplasten eingelagert. Genau hier findet auch die Photosynthese statt.

Durch kleine Spaltöffnungen auf der Blattunterseite gelangt Luft in das Blattinnere. Die Lichteinstrahlung regt dann das Chlorophyll an, der Luft Kohlendioxid zu entziehen. Dann erfolgt ein chemischer Prozess, der im Endprodukt Traubenzucker entstehen lässt. Dieser versorgt dann die Pflanze widerrum mit allen nötigen Stoffen.
Die Photosynthese gilt auch als der wichtigste biologische Vorgang auf der Erde.

» Leuchtmittel & -technik


Sobald die Keimlinge aus dem Boden schauen sollte mit der richtigen Beleuchtung begonnen werden. Ein kapitaler Grundfehler bei der Beleuchtung ist die Annahme, es könne jedes Leuchtmittel zum Heranziehen der Pflanzen benutzt werden. Auch wenn für die Berechnung und allgemeine Angabe der Beleuchtungsstärke die Wattzahl angegeben wird, sind für die "richtige" Beleuchtung andere Faktoren verantwortlich. Neben einer Farbtemperatur von 6500 Kelvin für die Wachstumsphase und 3500 Kelvin während der Blühphase ist die Lumen Zahl entscheident. Hier gilt: Für die Wachstumsperiode 20.000 Lumen, während der Blühperiode ab 50.000 Lumen je m² Anbaufläche.

Leuchtstoffröhren (LSR)

Durch die günstigen Anschaffungskosten und den geringen Stromverbrauch eignen sich Leuchtstoffröhren, kurz LSR, ideal für die ersten Wochen der Vegetationsphase. Möchte man SCROG / SOG anbauen eignet sich die LSR auch für den kompletten Grow. Steckfertige Amatursysteme gibt es bereits ab ca. 50 € im Handel, ein weiterer Vorteil ist die Nähe zu den Pflanzen: Man kann die Leuchtstoffröhre so nah wie möglich über die Jungpflanzen hängen, um das Licht optimal auszubeuten. Auch bei Leuchtstoffröhren gibt es verschiedene Farbspektren, die sich unterschiedlich gut für Vegitations- und Blütephase eignen!

Details zur Technik:
Die sogenannte Leuchtstoffröhre ist eigentlich eine Quecksilber-Niederdrucklampe, welche die durch Entladung entstehende UV-Strahlung nutzt, um Luminophore zum Aussenden von Licht anzuregen. Die längliche, luftleere Glasröhre ist an einem / beiden Enden mit Elektroden versehen und mit Argon sowie Quecksilber gefüllt. Wird Strom zugeführt, verdampft das Quecksilber und es entsteht ein Druck im Leuchtkörper. Die Quecksilberanteile bzw. -atome werden dadurch zur Austrahlung von Licht angeregt. Je nach Füllmenge der Leuchtmittel können verschiedene Farb- und Lichtspektren Einfluss auf die Resonanzlinie des Quecksilbers haben, welche bei 253 nm liegen sollte. Daher kann nicht jede "Baumarktamatur" für die Beleuchtung der Stecklinge / Jungpflanzen benutzt werden!

Natriumdampflampen (NDL)

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Sowohl für die Wachstums- als auch bei der Blüte sind Natriumdampflampen (NDL-Lampen) die beste und bewährteste Wahl! Mithilfe zwei verschiedener Leuchtmittel für die unterschiedlichen Vegetationsphasen, welche ein unterschiedliches Farb- bzw. Lichtspektrum besitzen, ist man optimal ausgerüstet. Die Lampen sichern, mit dem passenden Reflektor, eine optimale Lichtversorgung der Pflanzen und bestmöglichen Ertrag zu, haben allerdings auch einige Nachteile: Neben den relativ hohen Stromkosten (30-40 Euro pro Monat) werden die Natriumdampf-Lampen, genauer das Leuchtmittel sowie nicht-elektronische Vorschaltgeräte (VSG's), sehr heiß. Auch die Anschaffungskosten sind vergleichsweise hoch, Bausätze (ohne CoolTube oder ähnliches) sind ab ca. 80 Euro zu haben. Benutzt man keinen CoolTube, ist auf einen Mindestabstand zu den Pflanzen zu achten, dia diese sonst verbrennen können und werden! Ausschlaggebend hierfür ist die Temperatur unmittel an den Pflanzenspitzen. Auch ist wegen der Hitzeentwicklung auf eine ausreichende Kühlung bzw. Luftzufuhr / -abfuhr Wert zu legen!

Details zur Technik: Die sog. NDL gehört in die Gruppe der Metalldampflampen, mithilfe von Edelgasen (Argon, Krypton, Neon) und Metallzusätzen kommt es zu einer Gasentladung, bei welcher Licht freigesetzt wird. Nachdem beim Start der Lampe ein elektrischer Impuls durch den Glühdraht geht und die umliegenden Edelgase direkt ionisiert, woraufhin diese ebenfalls anfangen die eingespeiste Elektrizität zu leiten & zu leuchten. Die Wellenlängen betragen hier 589 - 589,6 nm.

Energiesparleuchtmittel (ESL)

Mithilfe von Energiesparleuchtmitteln kann man zumindest für die erste Zeit der Vegetation auf eine stromsparende Methode setzen, seine Pflanzen mit Licht zu versorgen. Die Lampen werden nicht so heiß und können näher an die Pflanzen gebracht werden, allerdings hat 1 ESL lediglich 60 Lumen pro Watt, ein Spareffekt aufgrund der hohen Anschaffungskosten ist somit eigentlich nicht gegeben!

Größter Nachteil: Bauartbedingte Eigenabschattung - die Leuchtfläche wird nicht optimal ausgenutzt.

LED-Technik für Growing

Neuerdings werden auch LED-Amaturen angeboten, welche aufgrund spezieller LED's mit entsprechender Farbtemperatur ebenfalls für die Anzucht von Pflanzen geeignet sind. Auch wenn es eine sehr stromsparende Methode ist die darüber hinaus kaum Wärme erzeugt, ist eine Anschaffung gut zu überlegen. Derzeit kostet allerdings die Anschaffung der nötigen LED's für 1m² Fläche über 400€, sodass ein Ersparnis auf kurze Zeit nicht möglich ist. Zudem steckt die Technik noch vergleichsweise in den Kinderschuhen, daher sollte derzeit noch auf bewährte Techniken gesetzt werden.

Zusammenfassung Licht & Beleuchtung


Eine Kombination aus Leuchtstoffröhren und Natriumdampflampen ist für den Anbau ideal. Wie schon erwähnt wird dabei die LSR für Sämlinge und Stecklinge sowie die ersten Vegetationswochen verwendet, danach (bei einem regulären Grow) sollte dringend eine NDL benutzt werden, da hier die Tiefenwirkung wesentlich besser ist! Auch wenn die Anschaffungskosten relativ hoch sind, lohnt sich die Investition für hochwertige Lampen, Leuchtmittel und Zubehör! Jedes Leuchtmittel verliert nach einiger Zeit immer mehr an Lichtkraft. Auch wenn für das menschliche Auge nur schwer erkennbar, macht sich dies bei Wachstum und Ertrag ebenfalls bemerkbar. Daher sollten Leuchtmittel 1x jährlich oder nach 2-3 Grows gewechselt und erneuert werden.


(Stand: April 2011)

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